Verkehrsrecht (Unfallschadenregulierung)

Der Grund, weshalb Unfallgeschädigte nicht selten auf die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts verzichten, mag darin liegen, dass die Fehlvorstellung besteht, man müsse die Rechtsanwaltskosten stets selbst bezahlen.
Hierbei handelt es sich jedoch teilweise um einen großen Irrtum:
Der Geschädigte kann im Falle einer vollumfänglichen Haftung des Schädigers dem Grunde nach sämtliche Rechtsanwaltskosten von diesem bzw. dessen Kfz-Haftpflichtversicherung ersetzt verlangen. Auch bei einer Mithaftung kann der Geschädigte von dem Unfallgegner entsprechend der Haftungsquote anteilige Rechtsanwaltskosten erstattet verlangen.

Insofern sollte man als Geschädigter nach einem Unfall nicht zögern und sofort einen Rechtsanwalt mit der Unfallabwicklung und der Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen aufsuchen, falls jedenfalls eine vollumfängliche oder wie überwiegende Haftung des Unfallgegners zu erwarten ist.

Verhaltenstipps als Geschädigter nach einem Verkehrsunfall

1. Ruhe bewahren

2. Fotos von den Unfallfahrzeugen und den Schäden und von der konkreten Unfallstelle fertigen

3. Ggfs. Polizei verständigen
Dies ist stets sinnvoll, falls
- der Unfallgegner die Schuldfrage in Zweifel zieht
- Zeugen nicht vorhanden sind
- ein Personenschaden (körperliche Verletzungen) entstanden ist

4. Name, Anschrift, Kfz-Kennzeichen, Kfz-Versicherung und Versicherungsscheinnummer des Unfallgegners geben lassen

5. Schriftliche Unfallschilderung / Skizze
Sollte der Unfallgegner dazu bereit sein, lassen Sie sich von ihm eine Unfallschilderung unterzeichnen, wie es zu dem Unfall gekommen ist.

6. Personalausweis und Führerschein zeigen lassen

7. Gutachten
Sollte es sich nicht um einen Bagatellschaden (Wertgrenze ca. EUR 750,00) handeln, so ist es grundsätzlich sinnvoll, auch sofort einen Kfz-Sachverständigen mit der Erstellung eines Schadengutachtens beauftragen.
Die Beauftragung eines Kfz-Sachverständigen ist deshalb ratsam, da dieser die unfallbedingt entstandenen Schäden gutachterlich feststellen und das schriftliche Gutachten dem Gericht im Falle eines späteren Rechtsstreits als „Beweismittel“ (Privatgutachten) vorgelegt werden kann. Darüber hinaus kann nur ein Sachverständiger den Wiederbeschaffungswert Ihres Fahrzeuges und den Restwert desselben feststellen (bei einem Kostenvoranschlag ist dies nicht möglich).

Bei vollumfänglicher Haftung  können Sie die für die Beauftragung eines Sachverständigen anfallenden Kosten ebenfalls in voller Höhe von dem Unfallgegner bzw. dessen Kfz-Haftpflichtversicherung erstattet verlangen.